Archäologische Stätten

Kreta ist die Wiege einer der glorreichsten antiken Zivilisationen: der minoischen Zivilisation. Knossos war das wichtigste Zentrum und Phaistos die zweitgrößte Stadt. Die in Phaistos entdeckte, antike Scheibe (der berühmte Diskus von Phaistos) wird als ein der bedeutendsten Befunde unserer Zeit angesehen, dessen Inhalt wertvoll für die ganze Menschheit ist; trotzdem konnte er bis heute nicht übersetzt werden. Die Minoische Zivilisation hat schon 3500 v.Chr. ihren Höhepunkt erreicht, während Spuren der minoischen Herrschaft bis im 12.Jh.v.Chr. zurückgehen. Viele Legenden waren in Knossos geboren, z.B. die Legende von Minotaurus, dem Ungeheuer mit menschlichen Körper und Stierkopf, das Theseus im Labyrinth tötete. Die Stadt von Knossos, in der Jungsteinzeit errichtet, befindet sich 5 km südöstlich von heutigem Heraklion. Nur ein kleiner Stadtteil wurde freigelegt, doch man hat die Möglichkeit mehrere Werke dieser Zeit zu bewundern, z.B. die Wassernetze und die Warm- und Kaltwasserleitungen. Die Fundstücke aus dem Palast (Töpfe, Gefäße, kleine Figuren, Linear-B-Tafeln und die originellen Wandbilder) werden im Archäologischen Museum in Heraklion ausgestellt. Eleftherna ist auch sehenswert. Es geht um eine der ältesten Städte Kretas und die bedeutendste archäologische Stätte im Rethymno Verwaltungsbezirk. Die Stadt wurde im 9.Jh.v.Chr. gegründet und war bewohnt bis der byzantinischen Zeit. Sie wurde auf einem strategischen Punkt aufgebaut, genau wo drei Wege, der Weg von Knossos, der Weg von der antiken Stadt Kydonia (auf der anderen Seite der Insel – Chania) und der Weg von dem heiligen Idi-Gebirge (Psiloritis) sich treffen. Die Ausgrabungen in diesem Bezirk haben wichtige Befunde ins Licht gebracht. Eleftherna war von Zeit zu Zeit in andere Hände übergegangen, doch sie war immer kräftig. Während der römischen Zeit wurden Badeanlagen, Zisternen, Paläste, Staatsgebäude und ein Turm aufgebaut. Ein weiteres Merkmal im Bezirk ist eine Kirche, die sogenannte Grande Basilika, die bis heute steht. 2010 wurde in Eleftherna das Grab eines jungen Ehepaares entdeckt. Das Ehepaar war mit einem Leichentuch von 3.000 goldenen Blättern bedeckt! Das Grab geht auf 2.700 Jahre zurück.

In der Nähe von Eleftherna befindet sich das heilige Kloster von Arkadi, vielleicht das historischste Kloster auf Kreta. Es liegt auf einem strategischen Punkt, auf der fruchtbaren Hochebene des Idi-Gebirges (Psiloritis). Am 8. November 1866 wurde dieses Kloster zum Symbol der Freiheit gegen die 250-jährige osmanische Herrschaft. Ca. 1.500 Krieger aus der ganzen Insel verteidigten sich gegen 15.000 Türken in einem blutigen Kampf. Als die griechische Verteidigungslinie zusammenbrach, zogen die Kreter ins Pulvermagazin zurück. Angesichts der einzigen Alternative – Gefangenschaft – entschied Konstantinos Giampoudakis aus dem Dorf Adele, das Pulvermagazin zu entzünden, Tausende von Griechen und Türken zum Tod führend. Man sagt, dass die Explosion bis in Heraklion gehört wurde. Das Kloster wurde nach seiner Zerstörung völlig wiederaufgebaut. Das einzige Element, das heute an die Tapferkeit von Giampoudakis und den aufständischen Kriegern erinnert, ist ein Kanonenkugel, der noch sichtbar im Stamm einer uralten Zypresse auf der rechten Seite der Kirche steckt. Arkadi wurde zum Europäischen Freiheitsmonument von der UNESCO erklärt.